Biografie eines Autodidakten 

Roland Egger

wächst zweisprachig auf – als Sohn einer italienischen Grundschullehrerin und eines Maschinenhändlers aus Olang, einem idyllischen Dorf im Herzen des Pustertals (Südtirol). Schon früh offenbart sich seine musikalische Begabung: Der Gesang fasziniert ihn ebenso wie die Welt der Musik. Was zunächst als harmlose Begeisterung für Glam- und Glitter-Rock beginnt, entfacht bald eine brennende Leidenschaft für die britische Hardrock-Szene. Der übermäßige Konsum von Deep Purple und Led Zeppelin weckt in ihm einen unaufhaltsamen Drang zur Nachahmung. Mit vierzehn Jahren erwirbt der Teenager ein altes Schlagzeug – fest entschlossen, selbst ein „großer“ Rockdrummer zu werden. Von diesem Moment an widmet er jede freie Minute dem Üben, trommelt unermüdlich zu seinen Lieblingsplatten und versucht, die Spieltechniken seiner Idole zu entschlüsseln. Mit einem raffinierten Trick verlangsamt er den Plattenspieler, bis jeder Schlag und jeder Ton deutlich hörbar werden. Dabei prägen sich nicht nur Schlagzeugfiguren ein – auch Gesangslinien, Bassläufe und Gitarrenriffs brennen sich unweigerlich ins Gedächtnis. So verschmelzen Rhythmus und Melodie zu einer untrennbaren Einheit. Aus dieser einzigartigen Verbindung erwächst nach und nach die Fähigkeit, präzises Schlagzeugspiel mit kraftvollem Gesang zu vereinen – ein Markenzeichen, das Roland bis heute auszeichnet.

Model
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Mit seiner ersten Band Readly Ash, einer frechen Mischung aus Disco und Rock, tourt er bereits während der Oberschulzeit durch die Clubs und Diskotheken des Landes und macht sich rasch einen Namen als singender Schlagzeuger. Nach dem Schulabschluss zieht es ihn nach England, wo er am Essex College sein Studium fortsetzen möchte. Seine Freizeit verbringt er im Bri’s Drum Pad, einem kleinen, charmanten Schlagzeugladen in der Mersea Road in Colchester. Dort entsteht eine enge Freundschaft mit dem charismatischen Inhaber Brian Middleditch – eine Verbindung, die weit über die gemeinsame Liebe zur Musik hinausreicht. Das kosmopolitische Flair Englands übt eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf ihn aus. Roland träumt davon, für immer zu bleiben, Journalist zu werden und sich natürlich so intensiv wie möglich der Musik zu widmen. Doch das Leben nimmt eine unerwartete Wendung: Die Wirtschaftskrise der 1980er-Jahre erfasst  auch den väterlichen Maschinenhandel in Südtirol. Ein unbeschwertes Studentenleben im Ausland erscheint unter diesen Umständen nicht mehr vertretbar. Auf Wunsch seines Vaters kehrt Roland zurück, um ins Familienunternehmen einzusteigen. Doch dieser Lebensabschnitt währt nur kurz: Sein Vater erkrankt schwer und stirbt viel zu früh im Alter von 55 Jahren. Für die Familie und das Unternehmen ein schwerer Schlag und für Roland zugleich die erste schmerzhafte Begegnung mit dem Blues des Lebens. Zum Blues in musikalischer Form findet er wenig später als Schlagzeugnachfolger in der legendären Bluesband Trinciato Forte. Nach wenigen Proben übernimmt er dort auch den Leadgesang und aus der ursprünglich siebenköpfigen Formation entsteht ein kraftvolles Blues-Trio. Etwa zur gleichen Zeit entstehen die ersten Studioaufnahmen mit der Rockband New Flash, bei der Roland als Sänger und Perkussionist mitwirkt. 1983 landet ihre Single Champagne for Breakfast erfolgreich in den Charts von Radio M1 – ein weiterer Meilenstein auf seinem musikalischen Weg.

Am 25. Oktober 1984, als die Jazz-Ikone Max Roach mit seinem Quintett auf der Durchreise in Bruneck Halt macht, kreuzen sich Rolands Wege mit einem der größten Schlagzeuger der Musikgeschichte. Für das Konzert im neu eröffneten Kulturhaus Michael Pacher wird Roland gebeten, sein Schlagzeug zur Verfügung zu stellen. Roach bedankt sich höflich und bittet darum, das Set nach seinem Geschmack stimmen zu dürfen. Diese kurze, aber prägende Begegnung öffnet Roland nicht nur Augen und Ohren – sie wird zum Schlüsselmoment, der ihm die Tür zum Jazz aufstößt. Es folgen zahlreiche Bandprojekte, Studioaufnahmen und Konzerte, die ihn weit über die Landesgrenzen hinausführen. Mit Trinciato Forte gelingt 1985 der Sprung ins Vorprogramm von Marla Glen, Stanley Clarke und George Duke – und Jahre später auch von Robben Ford. Zu den prägendsten Formationen dieser Zeit zählen: die Instrumentalband Taglio Fino, die Big Bands Die Musik und Hanspeters Orchestra, The Groove Company mit Drummer Mario Punzi, die Salzburger Soulband Black Note des Nordtiroler Jazz-Pianisten Christian Wegscheider, das Trio Dog Party mit Organist Raphael Wressnig und dem Blues-Gitarristen Hubert Dorigatti, die Unterhaltungsband Cool Breeze, später umbenannt in Soul Breeze, das Benefiz-CD-Projekt Roland and the Experience mit Gitarrist Karlheinz "Charly" Bonat und Saxofonist Florian Bramböck. Ein weiteres musikalisches Highlight ist die Zusammenarbeit mit Schlagzeuglegende Walter Calloni, Pianist Stefano Colombo und dem brasilianischen Gitarristen Pedro Tagliani. Mit ihnen steht Roland als Sänger und Perkussionist im Rahmen der Care-Tournee auf der Bühne.

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1987 lernt Roland den Vorarlberger Pianisten Markus Linder bei Konzerten in Innsbruck kennen. Aus der Begegnung entsteht eine enge Freundschaft, die bald in ein kreatives Duo mündet: Duo Fatal – ein anspruchsvolles Musikprojekt für Piano und Gesang. Zwei Jahre später folgt der nächste musikalische Meilenstein: Beim Vorprogramm von Big Jay McNeely im Innsbrucker Treibhaus formiert sich die Incredible Southern Blues Band. Neben Roland und Markus Linder gehören Bassist Werner"Haifisch" Heidegger und Gitarrist Gianni Ghirardini zur Besetzung. Die vier passionierten Bluesmusiker starten ihre Bühnenkarriere offiziell im darauffolgenden Jahr – und bis heute spielt die Band in ihrer Originalbesetzung.
Mit der Jahrtausendwende beginnt für Roland ein neuer Lebensabschnitt, geprägt von tiefgreifenden persönlichen und beruflichen Veränderungen. Familiäre Umstände veranlassen ihn, den traditionsreichen Maschinenhandel aufzugeben. Schritt für Schritt trennt er sich von seinen unternehmerischen Aktivitäten und gründet in Bruneck, wo er inzwischen allein mit seinen beiden Kindern lebt, eine Dienstleistungs- und Beratungsfirma. Mit der neuen Geschäftsgentur Movex gewinnt sein Leben an Bewegungsfreiheit und vor allem an Raum für seine große Musikleidenschaft. Neben eigenen Projekten wird Roland zunehmend auch als Veranstalter aktiv. Seine Spezialisierung im Bereich der Künstlermeldungen eröffnet ihm wertvolle Kontakte zu renommierten Musikagenturen in ganz Italien, in deren Auftrag er die arbeitsrechtliche Absicherung international bekannter Künstler, Musiker und Bands auf Tournee übernimmt.

Parallel zur legendären Incredible Southern Blues Band, dem jazzigen Threeo und seinem Projekt Experience ist Roland auch in zahlreichen weiteren musikalischen Formationen aktiv. Dazu gehören: Punt&Mess, GAS Great American Songbook, Pippo Guarneras Chicago Blues, Auftritte mit James Thompson (Saxofonist von Zucchero), das Leroy Emmanuel Trio, die Alan Farrington Band, die Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Jimmy Primomo, die Funk Essentials, The Rednecks, sowie Soul Breeze. Mit dem energiegeladenen Trio Le Magreen kehrt auch der Rock für kurze Zeit in Rolands musikalisches Repertoire zurück. Unter dem Namen Experience tritt er regelmäßig mit internationalen Stargästen auf, darunter bekannte Künstler wie: Jennifer Williams, Kenneth Bailey, Michael Rosen, Ty Le Blanc, Joyce Elaine Yuille, Luca Bright, Alan Farrington, Leroy Emmanuel, James Thompson, Stella Jones und Gail Anderson. Diese exklusiven Eventformate mit hochkarätigen Gastmusikern erfreuen sich vor allem bei gehobenen Veranstaltungen großer Beliebtheit und sind längst ein Markenzeichen von Rolands vielseitiger musikalischer Arbeit. Zu seinen aktuell buchbaren Bandprojekten zählen: die seit über 30 Jahren aktive Incredible Southern Blues Band, das Vocal-Jazz-Trio Threeo, die Motown inspirierte Formation SoulMate, das hochkarätig besetzte Organ-Trio Rowland’s Good News, die vielseitige Experience und das brandneue Musikprojekt PUSHTRA, mit dem Roland erstmals internationalen Soul/R&B/Funk mit authentischem Pustertaler Dialekt auf originelle Weise verbindet.

St. Lorenzen, im Winter 2024/2025

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